Wie alles begann

Bevor Renate und ich zusammenfanden, wohnte Renate auf dem Nachbargrundstück von Faßbachs. Eigentlich wurde Faßbachs Jahre zuvor nur gekauft, um das Nachbargrundstück um einen bis dahin fehlenden Garten zu erweitern. Faßbachs war quasi nur ein Gartenhaus, das mit dabei war… (So erklärte sie es mir in etwa, als ich sie 2009 kennenlernte, aber das ist eine andere Geschichte. 😊)

Renate hat nicht nur einen grünen Daumen. Sie liebt Rosen und der von ihr hinter Faßbachs angelegte Rosengarten, war so ziemlich das erste, was mir an Faßbachs positiv auffiel, als ich 2012 in Renates Leben kam . Ich kann es nicht beschreiben, aber irgendwie war es ein besonderes Gefühl. Das Haus habe ich eher als “naja” zu Kenntnis genommen.  Durch Renate war mein Blick sowieso mehr auf anderes gerichtet 😍. Faßbachs wurde für uns erst konkreter, als Renate und ich uns eine gemeinsame Zukunft vorstellen konnten. Renate hatte (auch schon vor mir) nach einer neuen Wohngelegenheit gesucht. Hatte sich andere Häuser angesehen, aber keines war in der Lage, sie zu überzeugen.

Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir in  Zukunft wohnen möchten. Wer einmal hier war, kann spüren, dass Faßbachs ein besonderer Ort ist. Ist es der Garten? Vielleicht. Die Lage? Bestimmt auch. Das Haus oder die Ställe? Hmm, optisch bestimmt (noch) nicht. Irgendwie ist es aber doch die Kombination aus allem, was dazu gehört. Und halt dieses besondere Gefühl, das einen durchströmt, wenn man hier ist…

Die mögliche Alternative, Faßbachs abzureißen und ein neues Haus auf dem super gelegenen Grundstück zu bauen, haben wir schon verworfen, bevor wir auch nur konkretere Pläne in Betracht gezogen hatten. Wir entschlossen, Faßbach´s so umzugestalten, das es unser Zuhause wird. Die ersten konkreten Überlegungen für einen Umbau entwickelten sich. Renate knüpfte an früher schon geführte Gespräche mit Institutionen wie Bauamt, Denkmalamt, untere Wasserbehörde etc. wieder an. Es galt herauszufinden, welche Möglichkeiten wir mit Faßbachss realisieren könnten. Uns wurde immer mehr bewusst, dass wir mit Faßbachs genau das erreichen könne, was wir uns erträumen.

Mit diesem Vorsatz nahmen wir in 2014 ersten Kontakt zu einem Architekten auf, über den wir durch restaurierte Fachwerk-Objekte aufmerksam wurden. In den folgenden 3 Jahren nahmen die Planungen zu Faßbachs immer konkretere Formen an.  So wurde Faßbachs komplett mittels Lasertechnik vermessen. Schließlich brauchten wir eine Grundlage für unsere weiteren Planungen. Auch hat unser Architekt uns an eine Denkstruktur herangeführt, die im weiteren Verlauf unserer Planungen sehr wertvoll waren. Er ist ein Künstler, der auch ungewöhnliche Wege geht. Er hat uns sehr inspiriert. Allerdings auch dazu, unseren eigenen Weg zu gehen.  Wir entschieden im August 2015, dass unser Architekt und Faßbachs unterschiedliche Wege gehen werden. In der zu dem Zeitpunkt von ihm unterbeauftragten freien Mitarbeiterin fanden wir später eine “kompatible” Gefährtin, mit der wir aus heutiger Sicht Faßbachs in eine sonnige Zukunft führen werden.

Es gab bei unseren Planungen viele (unterschiedlichste) Ansätze. Einige davon wurden verworfen, andere durch neue ergänzt oder einfach nur verbessert. Viele Stunden, Tage oder auch Wochen/Monate haben wir uns Gedanken gemacht, wie Faßbachs besser, oder besser gesagt alltagstauglicher für uns wird. Unsere Architektin war in jeder Situation sehr geduldig mit uns. Sie hinterfragte kritisch unsere Ansätze, erklärte uns ohne müde zu werden Hintergründe und brachte (manchmal auch nur durch kurze Einwände) ganz neue Aspekte ins Spiel. Sie hat uns z.B. auf Möglichkeiten im Zusammenhang mit einem Bau-Denkmal hingewiesen. Das war für Renate ein echtes Hindernis, da sie zuvor bereits in einem Bau-Denkmal gelebt hatte und einiges an schlechten Erfahrungen sammeln durfte/musste. Nach reiflichen Überlegungen haben wir diesbezügliche Kontakte zum Denkmalamt wieder aufleben lassen. Über diesen Kontakt wurde ein Bauhistoriker bestellt, der ein sehr interessantes Kurzgutachten über Faßbachs erstellte. Der Ortsheimatpfleger von Paderborn-Schloß Neuhaus fügte weitere spannende Informationen hinzu. Und je mehr wir über unser Haus erfuhren, umso mehr hat uns seine Geschichte fasziniert. Um es kurz zu machen: Mittlerweile wird Faßbachs  als offizielles Baudenkmal geführt.

Auch diese Webseite verdanken wir einer kurzen Nachfrage unserer Architektin, als wir ihr den Entwurf einer Projektbeschreibung für unsere Bank zum Korrekturlesen zuschickten. “Wollt ihr einen Blog erstellen?”, fragte sie. Das war die Initialzündung für diese Seite.

Wir schätzen das Fachwissen unserer Architektin sehr und sind auch für ihre vehementen Einwände dankbar, wenn z.B. unsere Ideen überhaupt nicht zu einem (unserem) Denkmal passen. Gemeinsam finden wir immer einen Weg. Mittlerweile ist sie zur Freundin geworden und wir sind sicher, dass wir mit ihr Faßbachs “stemmen” werden. Dabei werden wir gemeinsam wachsen.

Danke Anja!

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